Q&A: Brauche ich wirklich einen teuren Scanner?

 In letzter Zeit kommt es immer häufiger vor, dass ich Fragen gestellt bekomme. Wie geht dies, wie machst du das, auf was muss ich dabei achten… Ganz ehrlich: Ich freue mich über eure Fragen, weil es mir zeigt, dass ihr das was ich hier so zeige mögt und meine Arbeiten gut findet. Und ich beantworte eure Fragen gerne und gebe meine Erfahrungen gerne weiter. Ich bin ja auch immer froh, wenn mir jemand bei einem Problem hilft und ich habe in der Vergangenheit auch viele Fragen gestellt und mache das auch immer noch… Heute möchte ich mit folgender Frage von Caroline anfangen, die ich ihr zwar schon per Nachricht beantwortet habe, aber hier nun für alle:

Um meine Fotos zu scannen, brauche ich dafür wirklich so einen teuren Scanner?

Hier ist die Antwort ganz einfach: JA!
Die erste analoge Kamera ist schnell gekauft, dabei macht man sich wahrscheinlich noch nicht so die Gedanken darum, wie man die Bilder später digitalisiert. Als ich vor knapp vier Jahren meine Diana Mini kaufte, hatte ich auf dem Schreibtisch einen Flachbettscanner von Aldi stehen, der bis zu diesem Zeitpunkt für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend war. Von den ersten Fotos scannte ich ganz einfach die Abzüge und war damit auch zufrieden. Als ich aber bei Film 2 oder 3 zum ersten Mal Halfframe ausprobierte und das Labor nicht 2 Fotos auf einen Abzug druckte sondern ganz normale 10×15 Abzüge pro Bild machte, benutzte ich zum ersten Mal die Durchlichteinheit, die mein Aldi Scanner sogar besaß. Die Qualität? Eher zum weglaufen… Die Ausbeute waren sehr schlechte Scans… Und Sprockets oder Mittelformat  konnte der Scanner auch nicht, da man die Negative in eine beleuchtete Kiste stecken musste, und diese nur für ganz normale Fotos ausgelegt war. Fotos von der Sprocket Rocket oder der Spinner leben nun mal von belichteten Sprockets…

Eins meiner allerersten Diana Mini Fotos, vom Abzug mit dem Aldi Scanner gescannt.

Eins der ersten Halfframes, einzelne Abzüge gescannt und danach mit Photoshop zusammen gefügt ; )

Und so sahen Sprockets mit dem Aldi Scanner aus…

Ich kaufte also einen besseren Scanner, gebraucht über das Lomo Forum (welches übrigens sehr zu empfehlen ist, eine sehr nette, hilfreiche Community!). Es war ein HP Scanjet 4890 und er leistete mir gute Dienste, allerdings kam dann irgendwann ein neuer Laptop und somit Windows 7 und ich bekam ihn damit nicht richtig zum laufen… Ich stand also vor der großen Frage: Soll ich wirklich um die 200 Euro für einen Scanner ausgeben? Ich habe wirklich lange vor der Amazon Seite gesessen, bis ich ihn endgültig bestellt habe. Aber ich kann nur eins sagen: Es lohnt sich sehr! Dieser Scanner kann das beste aus deinen Fotos rausholen! Analoge Fotografie ist kein günstiges Hobby, aber am Scanner sollte man auf gar keinen Fall sparen. Ich arbeite nun mit dem Canon Canoscan 9000F, so wie die meisten analogen Fotografen die ich kenne. Ebenfalls Gutes habe ich vom Epson Perfection V500 gehört. Meiner kam mit der Silverfast Software, mit der ich persönlich bestens zurecht komme!
Wenn man nur ab und zu etwas analog Fotografieren möchte, kann man sich eventuell auch ohne große Investitionen mit einem günstigeren Scanner behelfen (es gibt ja mittlerweile auch den Smartphone Scanner von Lomo, hierzu kann ich allerdings gar nichts sagen, da ich den für mich besten Scanner besitze…), so bald man aber etwas tiefer in das Analoge abtauchen möchte, erleichtert ein gescheiter Scanner den kompletten Arbeitsablauf!

Sprockets mit dem HP Scanjet 4890


Seit Anfang 2012 scanne ich jetzt mit dem Canon Canoscan 9000F und bin damit sehr zufrieden!

Wie immer gilt: Das hier ist meine persönliche Meinung und nicht allgemein gültig! Wie macht ihr das denn mit dem Scannen? Genau so, ganz anders? Ich bin immer offen für neue Ideen!

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15 Gedanken zu “Q&A: Brauche ich wirklich einen teuren Scanner?

  1. Ich scanne auch mit dem CanoScan 9000F! Allerdings bin ich eher zufällig über ihn gestolpert, weil es der einzige Scanner ist, der momentan in meiner Reichweite ist – auf Arbeit. Das heißt ich sitze manchmal bis spätabends in meinem Büro und mache ‚private‘ Überstunden, hehe. Früher, also immerhin über ganze 6 Jahre, habe ich meine Abzüge immer mit so einem Dell All-in-One (ohne Durchlicht) gescannt, was für mich auch ok war, aber wenn ich mir die Unterschiede heute so ansehe…manmanman 😉
    Silverlight haben wir hier nicht, aber dafür ScanGear oder so…

    Toller Beitrag! Und an dieser Stelle auch lieben Dank, dass ich dich mit meinen vielen Lomo-Fragen immer nerven darf 🙂 Machst du jetzt öfter öffentliche Q&A?

    1. …ah, außerdem! sind die Abzüge bei mir immer nur Ausschnitte vom gesamten Negativ. Das heißt auf den Abzügen fehlen immer so 10% vom Bild. Ist/War das bei dir auch der Fall, oder macht das nur Cewe?

    2. Aber das ist doch Super, wenn man so erstmal kein Geld für einen Scanner raushauen muss! Ja, die Unterschiede sieht man wirklich, aber ich glaube das wird einem erst bewusst, wenn man auch die andere Seite sieht, ging mir ja mit dem Canon nicht anders…
      Immer wieder sehr gerne! Und ja, ich denke schon, wenn du also fragen hast, die ich hier beantworten sollte, immer her damit 🙂

  2. Vielen Dank für den Bericht 😉 Ich bin ja noch ein kompletter Neuling und habe mir einen gebrauchten Epson Perfection V330 gekauft. Finde ich schon ziemlich gut für den Anfang. Allerdings muss ich mich noch mit der Bedienung auseinandersetzen, denn die ‚fertigen‘ Bilder sind doch recht unterschiedlich obwohl die Einstellungen gleich sind… (insbesondere bei den schwarz-weiß Bildern ist mir das aufgefallen). Was ich noch gar nicht kann: Diafilm scannen. Da scheitere ich momentan noch und bin für jeden Tipp dankbar 😉

    Liebe Grüße, Jessica

      1. Hm…ich benutze die Software vom Scanner (Epson Scan)…scheint so, als müsste ich noch ein wenig rumprobieren oder mir doch Silverfast zulegen, das scheint ja die bevorzugte Software zu sein 😉

  3. Hey, vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich benutze auch den Canon 9000F, ebenfalls mit Silverfast und dem MP Navigator. Ich habe aber immer noch nicht rausgefunden, wie ich den Weißabgleich bei Sprockets verhindere. Meine Sprocket Fotos werden alle nicht mit der richtigen Farbe gescannt, sondern sind „überbelichtet“, weil der Scan die schwarzen Löcher mit rechnet. Wie machst du das???

    1. Okay, das ist gaaaanz einfach 🙂
      Du ziehst zu erst den Rahmen um das Foto ohne die Sprockets und schausst vom Weißabgleich, wie du es haben willst, dann machst du den Haken bei „Automatischer Weißabgleich“ raus (so oder so ähnlich heisst das!) und dann verändert sich das Bild nicht mehr, wenn du den Rahmen um die Sprockets ziehst, fertig 🙂

  4. Ohhh, ich flippe grade aus, ist das geil!!! Danke, du hast mir sooo geholfen, ich habe schon X Filme gescannt und habe es nicht gefunden, wir haben alles mögliche versucht!!! Danke, danke, danke!!! 🙂

  5. Ich fotografiere ja immernoch eher selten analog und scanne halt die Abzüge. Ich hab mal ein paar Rollfime in einem guten Labor entwickeln lassen und gebeten, dass sie mir die Bilder einscannen, nur um dann festzustellen, dass die auch nur die Abzüge und nicht die Negative gescannt haben. Gerade vor ein paar Tagen habe ich aber wieder über Amazonseiten gegrübelt und überlegt, ob ich mir doch einen Scanner mit Durchlichteinheit hole, weil das mit den Abzügescannen blöd ist. Hatte bisher den Epson im Auge, weil ich darüber Gutes gehört habe, werde mir aber auch mal den CanoScan anschauen. Vielen Dank für den Tipp 🙂

  6. Falls du Inspiration für eine nächste Q&A Runde brauchst.. 🙂
    Hast du Tipps bei Innenaufnahmen, vor allem wenn Menschen darin vorkommen?
    Portraits in den eigenen 4 Wänden enden bei mir immer in einer Katastrophe. Die Gesichter sind ganz krisselig, fast unerkennbar. Bisher habe ich es abwechslend mit Iso400, Blitz und Festbeleuchtung probiert, aber alles erfolglos. Demnächst will ich mal einen 800er nehmen…

  7. Also ich scanne zuhause mit dem CanoScan 8800F, war bisher eigentlich immer recht zufrieden, zumindest im Lomosektor. Die Scansoftware könnte meiner Meinung nach besser sein (MP Navigator). Habe jetzt die Filme meiner Canon EOS 30 entwickeln und im Labor scannen lassen und muss sagen, der Unterschied zu meinem Scanner ist wie Tag und Nacht, vor allem in der Scanschärfe, selbst mit der höchsten Auflösung schafft das mein Durchlichtscanner nicht. Wollte mich mal umhören, ob hier spezielle Filmscanner Abhilfe schaffen. Hast du hier Erfahrung? Im Laborscan hat zwar die Schärfe gepasst, aber ich musste die Fotos trotzdem alle nachbearbeiten, weil der Kontrast viel zu stark war. Für das Geld (4,50 € pro Film) sollte ich das eigentlich nicht müssen.
    Interessanter Artikel auf jeden Fall!

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