Q&A: Mit welcher Kamera fange ich am besten an?

Das ist wahrscheinlich die Frage, die ich in den vergangenen fünf Jahren am häufigsten gehört habe: „Du Sonja, deine Fotos sind ja so schön und besonders und ich würde das auch gerne mal ausprobieren, welche Kamera soll ich mir dafür denn kaufen?“. Leider ist es auch keine Frage, die man allgemeingültig beantworten kann, ich kann euch hier lediglich von meinen Erfahrungen und meinem Weg erzählen. Meine Diana Mini habe ich mir im September 2009 gekauft, nach dem ich sie mir tagelang im Internet angeschaut habe. Für mich was das ein sehr guter Kauf, allerdings muss man dabei auch eins berücksichtigen: So lange ich denken kann, hatte ich immer eine Kamera, mit der ich Fotos gemacht habe. Bis 2003 waren das mehrere kleine analoge Kameras, und auch damals besaß ich schon die ersten Lomography Kameras, ich hatte einen Supersampler und einen Actionsamper und mein Onkel besaß eine russische LC-A. Ich kannte mich also ein bisschen mit Fotos auf analogem Film aus. Dazu kommt, dass ich danach, in meinen digitalen Jahren, gelernt habe, wie das so funktioniert mit Blende, Belichtung und Zeit, an dieser Stelle möchte ich euch den Happy Shooting Podcast noch einmal ans Herz legen, durch Boris und Chris habe ich 2006 das nämlich endgültig mal richtig verstanden.
Aber zurück zur Diana Mini und meinem Einstieg in die Lomographie: Die Diana Mini ist für mich eine tolle Kamera, aber sie kann auch eine ganz schöne Zicke sein. Das gleiche gilt auch für andere Plastikkameras, die über keine großen Einstellmöglichkeiten und keinen Belichtungsmesser verfügen, wie zum Beispiel die La Sardina. Bei diesen Kameras muss für ein richtig gutes Bild alles zusammen passen: Motiv, Film und vor allem Licht. Diese Kameras sind wahre Sonnenanbeter, wenn man keinen Blitz benutzen möchte. Kommen diese Komponenten alle zusammen, kann man damit ein richtig gutes Foto machen. Wenn nicht, kann das auch ganz schnell frustrierend werden, weil die Fotos eben nicht so viel verzeihen und dann nicht so aussehen, wie man es vielleicht im Internet gesehen hat.

Meine original russische LC-A
Meine original russische LC-A

Die perfekte Einstiegskamera meiner Meinung nach ist die LC-A. Man kann mit ihr wenig falsch machen und sie hat einen eingebauten Belichtungsmesser, weshalb sie die Blende so lange offen lässt, wie sie es eben braucht und nicht wie bei der Diana Mini immer nur 1/60. Wenn man sie neu kauft, ist sie vielleicht nicht die günstigste Variante, um ein neues Hobby auszuprobieren. Aber die Kamera lohnt sich wirklich, da man mit ihr schnell erste Erfolge erzielen kann. Außerdem kann man sie auch ganz einfach bei Ebay oder auf dem Flohmarkt gebraucht kaufen, und das oftmals sehr günstig. Es gibt von ihr zwei Varianten, die LC-A und die LC-A+. Beide Kameras sind mehr oder weniger baugleich, die LC-A ist das original russische Modell und etwas robuster, man kann bei ihr mehr Einstellungen vornehmen. Die LC-A+ ist das neue Modell der lomographischen Gesellschaft und etwas einfacher und wenn man sie neu kauft auch teurer. Ich besitze mittlerweile beide Modelle, aktuell ist meine LC-A, die ich von meinem Onkel geerbt habe, leider nicht im Einsatz, aber ich will sie wieder in Ordnung bringen lassen! Hier mal zwei meiner allerersten LC-A Fotos:


Wovon ich definitiv abraten würde, ist sich als allererstes eine Diana F+ oder eine Holga zu kaufen, wenn man noch nie mit Film fotografiert hat. Mittelformat ist ein wunderbares Medium für Fotos, keine Frage, aber eben auch genauso frustrierend für Einsteiger. Ich kenne glaub ich niemanden, der den ersten Film ohne Probleme eingelegt bekommen hat, und auch hier kommt dann wieder das Thema Licht hinzu. Ich rate allen sich erst einmal mit einer 35mm Kamera auszutoben, der Schritt auf 120mm Film macht danach noch genauso viel Spaß, wenn man schon mal ein paar Erfahrungen gesammelt hat.
Um analoge Fotos mal auszuprobieren muss man sich zuerst auch gar keine Kamera kaufen. Ich wette, eure Eltern oder Großeltern haben irgendwo im Schrank noch einen kleinen analogen Schatz versteckt, die sie euch bestimmt mal ausprobieren lassen! Wenn das Spaß macht kann man danach immer noch Geld sparen, und sich eine bunte (oder schwarze) Plastikkamera kaufen.

Diana Mini und Diana F+
Diana Mini und Diana F+

Nachdem ihr die ersten Filme, vielleicht mit 35mm Film verschossen habt, und eure Fotos aber trotzdem noch nicht so aussehen wie die im Internet, solltet ihr euch an den zweiten wichtigen Schritt wagen: Diafilme benutzen und crossen! Dazu kann ich demnächst, wenn das denn gewünscht ist, auch gerne noch mal einen Beitrag schreiben, denn erst durch die falsche Chemie bei der Entwicklung bekommen die Fotos ihre Lomography typischen Farben!
Falls ihr sonst noch Fragen habt, die ich an dieser Stelle einmal beantworten soll, nur her damit!
Zwei Fragen habe ich bereits beantwortet:
Brauche ich wirklichen einen teuren Scanner?
Wo lässt du deine Filme entwickeln? 

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